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Helsinki

Veröffentlicht von Olli am 21. August 2008 – 00:361 Kommentar

Helsinki

Helsinki

Die Finnen nennen ihre Hauptstadt “Tochter der Ostsee”. Zurecht, denn das Meer war Ausgangspunkt für die Entstehung und Entwicklung vom Hafen zur heutigen Metropole. Helsinki ist der politische und wirtschaftliche Mittelpunkt Finnlands, die Menschen sind weltoffen, kultur-und naturbegeistert. Die Stadt Helsinki hat sehr viele Parks, sie ist von Wäldern, Seen und dem Meer umgeben und wirkt angenehm skandinavisch maritim. Die Architektur präsentiert sich als gelungene Kombination aus Alt und Neu. Bauern aus der Zarenzeit stehen neben den Glas Palästen von heute. Straßencafes und bunte Märkte laden zum Verweilen und Bummeln ein. Finnisches Design, in Form von Kleidung, Schmuck oder Kunsthandwerk, ist in Helsinki allgegenwärtig und für Einkaufsbegeisterte in guter Qualität und großer Auswahl erhältlich. Die finnische Küche ist ursprünglich und saisonal orientiert, Braten sowie frischer Lachs sind ein Genuss, den sich keiner entgehen lassen sollte.

Sprachen in Helsinki

In Helsinki kann man mit Englisch, aber auch Deutsch ganz gut zurecht kommen. Die Leute sind zwar eher schüchtern, aber durchaus auskunftsbereit und sehr, sehr freundlich. Die Helsinki Karte ist für 1,2 oder 3 Tage zum Preis von 25 Euro, 35 Euro oder 45 Euro erhältlich, gewährt freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, freien Museumseintritt und Ermäßigungen bei der Oper, bei Theatern, etlichen Restaurants sowie Designerläden. Helsinki ist zu jeder Jahreszeit reizvoll. Wer’s allerdings warm haben will, sollte in den Sommermonaten reisen.

Zum Einstimmen lohnt sich in Helsinki eine 1,5 Stunden dauernde Stadtrundfahrt. Täglich um 10:30 Uhr ab Olympiaterminal; oderationen auf Englisch und Schwedisch oder um 11:00 Uhr ab Esplanadepark mit Audio-Sightseeing in 11 Sprachen wählbar-sogar auf latein! Zu Fuß oder mit der Straßenbahnlinie 3 D geht es vom Dom und Wahrzeichen der Stadt los. Schaut man vom Berg hinab, sieht man die Stadt mit dem Denkmal von Zar Alexander dem Zweiten. Im Sommer finden Konzerte statt, im Winter steht und witterungsabhängig eine begehbare Kirche. Diese russisch-orthodoxe Kirche ist die größte außerhalb Russlands. Ein Spaziergang durch das Hafengebiet lohnt sich. Zurück und über die geht es zu Finnlands Nationalgalerie. Die Sammlung umfasst Gemälde, Grafiken und Skulpturen vorwiegend finnische Künstler. In unmittelbarer Nähe ist das finnische Nationalmuseum mit interessanten Exponaten zu finnischen und skandinavischen Geschichte zu sehen. Zwei Straßen weiter steht die sehr beeindruckende Kirche von Helsinki. Weiter mit dem Bus geht es in Richtung Sibelius-Park mit dem Sibelius - Monument, einen sehr ungewöhnlichen Denkmal zu Ehren des bekanntesten finnischen Komponisten John Sibelius. Zurück in die Stadt führt der Weg diesmal entlang in der Bucht.

Ein schöner Strandspaziergang

Was gibt’s Schöneres als in einer Stadt auf einem Sandstrand spazieren zu gehen? Am langen Strand, der sich entlang der Bucht zieht, lässt sich wunderbar entspannen. Einkaufen in Helsinki heißt nicht zwangsläufig Stress und könnte dadurch auch für Einkaufsmuffel interessant sein. In den Einkaufsstraßen geht es gemächlicher zu als sonst in Metropolen üblich. Es gibt finnische Mode und Schmuck in schicken Einkaufspassagen. Kleine Läden, die Kunsthandwerk verkaufen-teilweise wird auch selbst produziert-, befinden sich auch in den Querstraßen. Das Forum ist die größere Kunstgalerie. Auf der Landzunge Natalia Berka befindet sich das Warenhaus Santana und eine überdachte Passagen mit kleineren Läden. In der Regel haben die Geschäfte Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr, Samstag von 09:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Etliche Geschäfte und Kaufhäuser öffnen bis 21:00 Uhr

Helsinki- historische Entwicklung

Das Helsinki immer an der Nahtstelle zwischen Ost und West gelegen hat, ist schon bei der Einfahrt wunderbar zu erkennen- zumindest, wenn die Schiffe in den Hafen der finnischen Hauptstadt einlaufen. Dann kommt neben dem berühmten weißen Dom auch die ähnlich große und imposante Dispensski-Kathedrale in Sicht. Sie entstand 1868 im alten russischen Stil und ist die größte orthodoxe Kirche Nordeuropas. Finnlands Geschichte ist eben geprägt von Machtstreben Schwedens und Russlands, die beide an Finnland interessiert waren. Bis 1808 hatte Finnland rund 500 Jahre zu Schweden gehört, die Hauptstadt hieß auf Schwedisch Avon. Als Finnland nach dem Schwedisch-russischen Krieg 1808 in die Hand des Zaren kam, wurde es ein russisches Fürstentum, den jedoch eine ungewöhnlich große Freiheit gewährt wurde.

Helsinki unter russischer Herrschaft

Während der Zugehörigkeit zu Schweden war Finnland von Stockholm aus verwaltet worden, nun bekam das russische Großherzogtum sogar seine eigene Verwaltung, der Senat bestand nur aus Finnen. Was Zar Alexander I jedoch nicht behagte, war die räumliche Nähe der Hauptstadt Avon zu Schweden. Deshalb machte er 1812 das kleine, weiter östlich gelegene Helsinki zur Hauptstadt- obwohl dort nur 3500 Einwohner leben! Der Berliner Architekt Carl Ludwig Engel wurde beauftragt, Helsinki neu zu gestalten und jenen Glanz zu verleihen, in der einer Stadt würdig waren. Die Häuser im Zentrum des alten Helsinki wurden abgerissen und eingeebnet, um Platz zu schaffen für den großzügigen Senatsplatz, das Herz der jungen Hauptstadt.
Das Stadtbild überragt der 1852 fertig gestellte weiße Dom, zudem breite Stufen hinaufführen. Die umliegenden Gebäude wurden bewusst niedrig gehalten, um sich dem weißen Gotteshaus unterzuordnen. Die Regierung weilt an der östlichen Flanke und die Universitätsbibliothek an der Westseite. Übrigens musste auf Wunsch des Zaren auch die einzige Universität des Landes nicht wie die anderen 1828 von Avon nach Helsinki umziehen. 1863 wurde die Vorherrschaft der schwedischen Sprache beendet, die nur von knapp 15% der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wurde. Von nun an war Finnisch Amtssprache - auch dies ein Zeichen dafür, dass die russischen Zaren ihrem Großherzogtum einige Freiheiten gewährten. Der schwedische Name Helsingfors verschwand allmählich zu Gunsten der finnischen Version Helsinki. Für Kreuzfahrtschiffe gleicht Helsinki inzwischen dem Gegenteil: kleinere Schiffe liegen neben den Fähren nach Stockholm am Anleger mitten im Zentrum, die größeren an der äußeren Spitze der Halbinsel. Von beiden wegen Plätzen sind es nur wenige Meter zum Marktplatz und dem Senatsplatz. Und nur die größten Schiffe müssen etwas weiter. Von dort gelangt man bequem in die Innenstadt. Der Fußweg am Ufer entlang ist beschaulich, vom ersten Stück durch das Hafengelände einmal abgesehen. Yachten und Freizeitboote liegen hier, und der Blick reicht hinaus zu den vorgelagerten Inseln. In Sichtweite liegt die Festung, in die 1748 von den Schweden zum Schutz vor russischen Angriffen erbaut worden war.

Die Schwedenburg

Sie nannten die Anlage die Schwedenburg. 1809 mussten die schwedischen Truppen in dieser Festung vor den russischen Belagerern kapitulieren, im Anschluss weiter ausbauen. Im Krim-Krieg, in dem Finnland an der Seite Russlands kämpft, griffen Engländer und Franzosen die Festung 1855 an und fügten ihr starke Schäden zu. Mit der Selbstständigkeit Finnlands übernahm die finnische Armee 1918 die Festung und benannte sie in die Finnenburg um. Mit dem Ende der militärischen Nutzung 1973 erhielt die Finnenburg neue Aufgaben: Heute ist die architektonischen kulturgeschichtlich interessante Anlage als Weltkulturerbe durch die UNESCO geschützt. Es besteht ein regelmäßiger Busverkehr vom Zentrum aus, die Überfahrt dauert 15 Minuten. In den ehemaligen Armeegebäuden des weitläufigen Geländes befinden sich Museen, Cafes und Galerien. Besonders spannend ist es übrigens, wenn das Kreuzfahrtschiff durch die sehr enge Passage zwischen den beiden Festungsinseln hindurch fährt, so wie es die Fährschiffe von Silja Line machen.

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Bildquelle: © Reto Fetz (swisscan) / Pixelio
Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/127/

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